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Semesterabschluss

Kaum hat es angefangen, da ist es auch schon wieder vorbei, das Semester. Wahnsinn. Ab heute schreibe ich in jedem Kurs Klausuren, und das noch bis zum 15. Feburar. Sehr gespannt bin ich auf Textanalyse, Einführung in die Philologie, Introduction to Anglophone Literatures und Europäische Literaturgeschichte. Die letzten beiden sind Vorlesungen. Heute steht General Writing an, es geht um Inhaltsangaben.

Wollen wir hoffen, dass die Busse nur heute streiken und nicht morgen auch, sonst werden das ein paar teuere Tage, weil wegen des Winterwetters mit Fahrrad fahren nicht viel geht und zur Uni zu laufen etwa eine Dreiviertelstunde dauert. Bleibt also nur noch Taxi fahren, was ich heute auch mit zweien meiner Mitbewohner gemacht habe.

Das Leben kann auch lustig sein

Es ist 6 Uhr morgens. Ich werde, wie jeden Morgen, vom Piepen meines Weckers aus dem Schlaf gerissen. »Ich muss doch erst um halb neun in der Uni sein«, denke ich und stelle den Wecker so ein, dass er eine halbe Stunde später erneut klingelt. Nach einer halben Stunde Dösen ist es dann soweit: Diesmal stehe ich auf, wenn auch widerwillig. Geduscht hatte ich schon am Abend zuvor, also bleiben nur noch Zähneputzen, Anziehen, Frühstücken und den Bus erwischen. Nach etwa einer weiteren halben Stunde komme ich an den Frühstückstisch. Ich freue mich sehr, dass zwar nicht Nutella, aber wenigstens Nusspli auf dem Tisch steht. Mein Mitbewohner Lothar antwortet mir, dass er sich den Becher von zu Hause mitgebracht habe, ich mir aber ruhig etwas davon nehmen könne. Also setze ich Kaffee auf, toaste mir ein paar Scheiben Toast und frühstücke schließlich. Lothar und ich diskutieren, welchen Bus wir denn nun nehmen wollen, denn auch er hat zur ersten Stunde Uni. Nach erneutem Nachsehen auf dem Busfahrplan schließe ich mich seinem Vorschlag an, den Bus um 7:51 Uhr zu nehmen. Dieser kommt allerdings – wie so oft – mit fünf Minuten Verspätung, allerdings liegen fünf Minuten noch im Rahmen des Vertretbaren. Nach einer zwanzigminütigen Fahrt und weiteren fünf Minuten Fußweg an der Uni angekommen, laufe ich gleich zum Hörsaal. Es ist 8:20 Uhr und dafür, dass die Vorlesung in zehn Minuten beginnen soll, warten erstaunlich wenige Menschen an der Treppe davor. Eigentlich niemand, bis auf die drei oder vier Kommilitonen, die mir entgegen kommen. Ich laufe die Treppe zum Raum hoch. Dort hängt ein Schild an der Tür: »Die Vorlesung ›Einführung in die neuere deutsche Literatur: Humanismus und Reformation‹ bei Herrn Prof. Dr. Dohm beginnt leider erst ab dem 20.10.2009.« Heiterkeit überkommt mich. Aber nicht, wie sich ein Schuljunge darüber freut, dass er eine Freistunde hat, sondern aus dem Grund, dass sich damit ein Problem mit meinem Stundenplan ganz von selbst gelöst hat. Bisher weiß ich nicht, ob ich noch dieses Semester zu den zwei Englisch-Übungen, die ich im ersten Jahr machen muss, zugelassen werde, da diese ohnehin zum Zeitpunkt meiner Einschreibung schon überbelegt waren. Also hatte ich mir gedacht, entweder die Vorlesung zu besuchen, oder die Englisch-Übungen, denn beide Veranstaltungen zählen 6 Punkte. Die Vorlesung und beide Übungen auf einmal kann ich nicht machen, sonst bekomme ich zu viele Wochenstunden. Englisch habe ich aber schon in diesem Semester, daher ist mir etwas Wiederholung und Übung in Grammatik und Schreiben in diesem Semester lieber. Ob und falls ja, in welche Englisch-Übungsgruppen ich komme, werde ich allerdings erst am kommenden Sonntag erfahren. Insofern hat sich alles Frühaufstehen heute doch gelohnt: Mein Stoßgebet beim Frühstück, dass dieser Tag gesegnet sein und sich die Sache mit dem Stundenplan klären möge, ist erhört worden. Da meine nächste Veranstaltung erst wieder mittags ist, fahre ich wieder mit dem Bus zurück nach Hause, um dort noch etwas vorbereitend zu lesen und auf meine Buchlieferung zu warten.