Eine meiner Mitbewohnerinnen hat einen türkischen Migrationshintergrund. Von ihren Eltern bekommt sie oft Lebensmittel mit, wenn sie von einem Besuch bei ihnen wieder zurück in die WG nach Marburg fährt. So auch dieses türkische Mineralwasser (maden suyu ist Türkisch für ›Mineralwasser‹) der Marke Pınar:
Aus eigener Erfahrung fällt auf, dass viele türkischstämmige Mitbürger keinen Unterschied zwischem dem »ich«-Laut [ç] und dem »sch«-Laut [ʃ] machen. Insofern frage ich mich, ob es sich bei dem »natürlischen« Mineralwasser um einen absichtlichen, witzigen Seitenhieb auf diese Beobachtung handelt, der an eine Art Wir-Gefühl appelliert – oder ob es tatsächlich bloß ein Schreibfehler ist, weil diejenige Person, die dieses Label gesetzt hat, [ç] und [ʃ] zu [ʃ] vereint. Nebenbei bemerkt ist das Zusammenfassen dieser beiden Laute natürlich kein typisch türkisch-deutsches Merkmal; für deutsche Muttersprachler aus Süd-, Rheinhessen, der Pfalz, dem Rheinland und anderen Gebieten ist es ein reguläres Merkmal ihres Dialekts. Interessant finde ich es trotzdem.

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