Semesterferien, die Erste

Zur Zeit sind Semesterferien, die diesmal für mich auch wirklich Ferien sind, da ich das Glück habe, keine Hausarbeit während dieser Zeit schreiben zu müssen. Entsprechend kann ich mich ganz dem Luxus des Nichtstuns hingeben, wenn das nicht auf die Dauer zu langweilig wäre. Die ersten beiden Wochen habe ich bei meinen Eltern verbracht, seit der zweiten Märzwoche bin ich wieder bei mir zu Hause in Marburg und lese, höre Musik, arbeite an diesem und jenen, jage meinen Scheinen hinterher oder ich sitze im Bistro der Mensa und nutze die zweieinhalb Stunden, die mein Laptopakku hergibt, um wenigstens etwas in den Genuss des Internets zu kommen, denn im Haus selbst haben wir nach wie vor keinen Anschluss. Auch bin ich dazu gekommen, endlich einmal in einem der beiden EC-Jugendkreise vorbeizuschauen, wo ich gleich an der Gitarre aushelfen durfte.

Ein Vorteil des Nicht-Internet-Habens ist, dass ich all die Dinge irgendwie nebenbei erledigt bekomme, die schon seit Monaten entweder in meinem Hinterkopf umherschwirren, in den Tiefen meines Computers vergraben sind, oder tatsächlich irgendwo als Zettel herumliegen. Nicht unbedingt die wichtigsten Sachen, aber momentan habe ich mehr als genug Zeit dafür. Gestern habe ich zum ersten Mal, seit ich wieder in Marburg bin und auch kein Internet über UMTS mehr habe, ganz vergessen, wegen des Internets – und des meistens guten und relativ günstigen Tagesgerichts im Bistro samt frischem Bohnenkaffee – in die Uni zu fahren. Sonst habe ich das täglich getan, außer am Wochenende. Als ich gestern daran dachte, war es schon dabei dunkel zu werden und da war es mir dann auch egal.

Wenn ich mit meinem Laptop bewaffnet in der Uni sitze, bekomme ich oft schon nach einer Stunde das Gefühl, dass es jetzt reicht und alles, was ich im Internet machen wollte, eigentlich erledigt ist. Sicherlich ist es komfortabel, Emails und Antworten auf Forenbeiträge ins Postfach geliefert zu bekommen und sofort darauf reagieren zu können, nebenbei noch zu chatten und Dinge auf Wikipedia oder bei Spiegel Online nachzulesen und auf Facebook zu sehen, was seine Bekannten und Freunde vorhaben – aber ist es wirklich nötig? Oft sitze ich schließlich einfach aus Langeweile vor der grauen Kiste und klicke sinnlos in der Gegend herum. Vielleicht ist es auch ganz gut so, zumindest für den Moment einen Zugang zum Internet nur unter erschwerten Bedingungen zu haben. Zumindest für den Moment, wo ich es nicht zwangsläufig zum Arbeiten brauche. Denn den ganzen Weg zur Uni und zurück zu fahren, ob zwanzig Minuten pro Richtung mit dem Bus oder eine halbe Stunde mit dem Fahrrad, überlege ich mir schon zweimal. Zwanzig Minuten mögen sich zwar nicht nach großem Zeitaufwand anhören; die Strecke kommt mir aber jedes Mal wesentlich länger vor, weil der Bus an jeder dritten Ecke und jeder zweiten Ampel hält.

Was die Prüfungen anbelangt, hat sich wieder einmal gezeigt, dass alle Angst umsonst war, sowohl die Angst vor den Prüfungen selbst als auch die Angst vor dem Nichtbestehen einzelner Prüfungen danach. Selbst in den Kursen, in denen ich mich schlecht oder nur mittelmäßig eingeschätzt hatte, war ich eine ganze Note besser, sodass ich nicht, wie erwartet, die Prüfung in der Vorlesung „Einführung in die europäische Literaturgeschichte“ nachschreiben muss. Der Durchschnitt meiner sieben Prüfungen liegt bei zwölf Punkten, beziehungsweise 1,7 und ich bin zumindest in dieser Hinsicht ziemlich glücklich – habe ich mich doch am Anfang etwas schwer getan, nach Ausbildung und Zivildienst wieder in das System „höhere Bildungseinrichtung“ hineinzufinden. Ob die guten Noten auch den Stress während des Semesters aufwiegen können, darüber habe ich noch nicht entschieden. Ich hoffe natürlich, dass der Erfolg auch noch im nächsten Semester und in den darauf folgenden anhält. Meiner Erfahrung nach besteht er ja oftmals aus mindestens genauso viel Glück bei der Kurswahl und dem Schwierigkeitsgrad der Abschlussarbeit sowie der Tagesform sowohl des Dozenten als auch der eigenen und des beiderseitigen Wohlwollens, wie aus eigenem Verständnis und Können. Die Kurse fürs nächste Semester habe ich mittlerweile gewählt, soweit es bisher schon möglich war. Ich bin gespannt!

IPA under Ubuntu with UIM

(Last updated: 2010-03-05) This article is in English because it’s more practical that way. I thought now that I’ve finally managed setting this up, I’d share it with the rest of the world, most of which doesn’t speak German. Fortfahren ›IPA under Ubuntu with UIM‹ zu lesen

Semesterabschluss

Kaum hat es angefangen, da ist es auch schon wieder vorbei, das Semester. Wahnsinn. Ab heute schreibe ich in jedem Kurs Klausuren, und das noch bis zum 15. Feburar. Sehr gespannt bin ich auf Textanalyse, Einführung in die Philologie, Introduction to Anglophone Literatures und Europäische Literaturgeschichte. Die letzten beiden sind Vorlesungen. Heute steht General Writing an, es geht um Inhaltsangaben.

Wollen wir hoffen, dass die Busse nur heute streiken und nicht morgen auch, sonst werden das ein paar teuere Tage, weil wegen des Winterwetters mit Fahrrad fahren nicht viel geht und zur Uni zu laufen etwa eine Dreiviertelstunde dauert. Bleibt also nur noch Taxi fahren, was ich heute auch mit zweien meiner Mitbewohner gemacht habe.

Book Review

I had to write this book review as a homework assignment over the Christmas break for my »General Writing I« class at university. I found it worth sharing, as I received an A grade for it. Corrections by my teacher are included. Fortfahren ›Book Review‹ zu lesen

Maden suyu

Eine meiner Mitbewohnerinnen hat einen türkischen Migrationshintergrund. Von ihren Eltern bekommt sie oft Lebensmittel mit, wenn sie von einem Besuch bei ihnen wieder zurück in die WG nach Marburg fährt. So auch dieses türkische Mineralwasser (maden suyu ist Türkisch für ›Mineralwasser‹) der Marke Pınar:

pinar.jpg

Aus eigener Erfahrung fällt auf, dass viele türkischstämmige Mitbürger keinen Unterschied zwischem dem »ich«-Laut [ç] und dem »sch«-Laut [ʃ] machen. Insofern frage ich mich, ob es sich bei dem »natürlischen« Mineralwasser um einen absichtlichen, witzigen Seitenhieb auf diese Beobachtung handelt, der an eine Art Wir-Gefühl appelliert – oder ob es tatsächlich bloß ein Schreibfehler ist, weil diejenige Person, die dieses Label gesetzt hat, [ç] und [ʃ] zu [ʃ] vereint. Nebenbei bemerkt ist das Zusammenfassen dieser beiden Laute natürlich kein typisch türkisch-deutsches Merkmal; für deutsche Muttersprachler aus Süd-, Rheinhessen, der Pfalz, dem Rheinland und anderen Gebieten ist es ein reguläres Merkmal ihres Dialekts. Interessant finde ich es trotzdem.

Frohes neues Jahr!

Weihnachten habe ich gut überstanden und ins neue Jahr bin ich auch gut gerutscht. Seit Samstag bin ich wieder in Marburg, da ich noch eine ganze Menge an Arbeit vor mir habe: Ein Paper für Textanalyse schreiben, eine zweiseitige Book Review für General Writing und (theoretisch) noch mehrere andere Bücher lesen. Internet habe ich in unserem Haus in Marburg momentan nicht, weswegen ich dafür zur Zeit und trotz Ferien zur Uni muss, weil das der einzige Ort mit freiem Internetzugang ist, den ich kenne. Praktischerweise ist die Bibliothek gleich nebenan, sollte ich noch Informationen für mein Paper benötigen – falls die paar für das Paper nützlichen Bücher mittlerweile wieder zurückgegeben wurden, schließlich schreibt ein größerer Teil der etwa achtzig Kommilitonen aus beiden Textanalyse-Seminaren zu demselben Thema wie ich, entsprechend ungeschickt war es von den betreffenden Personen, sich die wenigen direkt relevanten Bücher unter den Nagel zu reißen. Ansich wollte ich außerdem noch Mittelhochdeutsch und den Inhalt der zweiundzwanzig Kurzreferate in Philologie aufarbeiten, aber dazu werde ich wohl diese Woche nicht mehr kommen. Lernen muss ich den ganzen Kram aber trotzdem, weil vom 02.02. bis zum 15.02. Semesterabschlussprüfungen in allen Vorlesungen, Seminaren und Übungen anstehen. Kein Internet zu haben und allein zu Hause zu sein kann in diesem Fall auch nicht schlecht sein (obwohl extrem langweilig), da weder ICQ, mein Lieblings-Chatraum oder sinnloses Wikipedia-Stöbern als mögliche Vermeidungshandlungen in Frage kommen. Und da ich auch keinen Fernseher habe, bleibt die einzige Ablenkung lesen. Oder Musik hören. Oder putzen. Oder mit HTML, CSS und PHP spielen. Oh well…

Das »Christkind« hat gebracht:
Beutin, Wolfgang u. a. Deutsche Literaturgeschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. 7., erw. Aufl. Stuttgart, 2008.
Außerdem Geld und Schokolade.
»Coppola = Coppelius? Verunsicherung als Erzählstrategie in E. T. A. Hoffmanns Der Sandmann am Beispiel des Doppelgängermotivs«, 4–5 Seiten im Stil einer Hausarbeit. Und hey, selbst Sachen herauszufinden macht viel mehr Spaß, als immer nur Wissen eingetrichtert zu bekommen!
Bhalla, Jag. I’m Not Hanging Noodles on Your Ears and other Intriguing Idioms from around the World. Washington, 2009.

Homer. Ilias. Neue Übertragung von Wolfgang Schadewaldt. Frankfurt a. M./Leipzig, 1975 (= it 153).
Lessing, Gotthold Ephraim. Emilia Galotti. Ein Trauerspiel in fünf Aufzügen. Anm. v. Jan-Dirk Müller. Durchges. Ausg. 2001. Stuttgart, 2001 (= RUB 45).
Ovid. Ars amatoria. Liebeskunst. Lateinisch/Deutsch. Übers. und hgg. v. Michael von Albrecht. Bibliogr. erg. Ausg. 2003. Stuttgart, 1992 (= RUB 357).

Ganz schön komisch, so ganz allein im Haus zu sein, besonders nach einem Jahr WG.

Interlude

Über diese Videoserie bin ich neulich beim Lesen von Kristins [ʃplɔk] gestolpert. Da macht deutsche Sprachgeschichte doch gleich viel mehr Spaß :)

Frohe Feiertage!

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Momentan sind Ferien ist vorlesungsfreie Zeit und ich bin über die Feiertage bei meinen Eltern. Trotz allem heißt das nicht, dass nichts los wäre… Allein die Fahrt mit dem Zug nach Hause war schon ein kleines Abenteuer, da ganz plötzlich der Winter über Europa und eigentlich weite Teile der nördlichen Hemisphähre hereingebrochen ist, sodass aller Verkehr im Chaos zu versinken schien. Nachdem ich vor unserem Haus in Marburg erst einmal eine halbe Stunde Schnee geschaufelt hatte, habe ich natürlich schon allein zeitlich den Zug verpasst, den ich ansich hätte nehmen wollen. Da wir in der WG nach wie vor keinen Internetanschluss haben und die Benutzung meines UMTS-Sticks nun (ziemlich viel) Geld kostet, habe ich keine Verbindung heraussuchen können. Also bin ich auf gut Glück zum Bahnhof gefahren. Der nächste Bus kam allerdings nicht, und der darauf auch nicht, was bedeutete, eine weitere halbe Stunde bei Minusgraden im Schnee zu stehen. Endlich am Bahnhof angekommen, musste ich feststellen, dass ich hier eine weitere halbe Stunde in der Kälte warten musste. Meinen Anschlusszug in Frankfurt habe ich dann gerade noch bekommen, nachdem mir sowohl der regionale als auch der bundesweite Fahrkartenautomat keine Fahrkarte verkaufen wollte und ich eine weitere Viertelstunde beim Service Point anstehen musste, um eine Fahrkarte am Schalter zu bekommen. Nachdem mein Zug mit fünfminütiger Verspätung dann in Mainz eintraf, erwartete ich schon, den Zug für die letzte Etappe zu verpassen, da Regionalexpresse normalerweise nicht warten. Dieser allerdings schon, glücklicherweise. Nachdem ich für 160 Kilometer etwa vier Stunden unterwegs war, war ich froh, endlich zu Hause zu sein.

Am Montag darauf bin ich zur Weihnachtsfeier meiner Zivildienststelle nach Kassel gefahren, für die ich  eine Woche zuvor eine Einladung erhalten hatte. Wegen des anhaltenden Schneewetters das gleiche Spiel wie auf der Hinfahrt zu meinen Eltern: Züge fallen aus, kommen zu spät, und man bekommt garantiert nicht die Zugverbindung, die man sich eigentlich herausgesucht hatte. Genauso war es auch an diesem Montag: Ich habe mit Ausnahme des letzten Zuges von Frankfurt nach Kassel keinen der geplanten Züge bekommen. Pünktlich angekommen bin ich allerdings trotzdem, und das Essen im »K. Toffel« in Baunatal war wirklich gut, zum Beispiel die Schweinemedaillons an Feigensauce. Auch war es schön, die ganzen Kollegen und meine Mitzivis wiederzusehen, anders herum haben diese sich auch gefreut. Später habe ich leider aus Platzmangel und Mangel an anwesenden Personen, in deren Zimmer man sich hätte einquartieren können, die Nacht auf dem Flur der »WG of the EC« auf einer Matratze verbringen müssen. Am nächsten Morgen ging es dann wieder zurück nach Bad K., und wieder mit den gleichen Problemen wie auf der Hinfahrt, wobei der Zug von Kassel nach Frankfurt eine Stunde Verspätung »wegen Verzögerungen im Betriebsablauf« hatte und man mir dieses Mal auch am Fahrkartenschalter keine Karte verkaufen konnte oder wollte. Da mein Semesterticket bis Mainz gelte und ich in Frankfurt keine ab Mainz gültige Karte kaufen könne, da Frankfurt nicht Mainz sei (Und warum hat das am Freitag davor bei der Kollegin noch funktioniert?), solle ich bitte statt der direkten IC-Verbindung (zwischenzeitlich sowieso abgefahren) von Frankfurt nach Bad K. die S-Bahn nach Mainz nehmen und mir dort eine Fahrkarte nach Bad K. kaufen. Zum Glück bin ich dadurch »nur« eine Stunde später angekommen als geplant.

Da es sich bei meinen »Weihnachtsferien« natürlich nur um eine vorlesungsungsfreie Zeit handelt, habe ich das Vergnügen, während dieser Zeit ein Paper und ein Essay zu schreiben und darüberhinaus noch mehrere Bücher lesen zu dürfen, inklusive zu versuchen, diverse Zettel und Notizen endlich einmal zu lernen, statt immer nur alles zu lesen und der Menge wegen wieder zu vergessen. Bei wöchtentlich insgesamt 100–120 Seiten zur Bearbeitung »übers Wochenende« ist das Hirn irgendwann übersättigt mit Informationen. Nächstes Semester werde ich definitiv einen Kurs weniger nehmen, sodass ich dann knapp unter 30 ECTS-Punkten liege, statt knapp darüber, wie momentan. Neben dem ganzen Ärger über zu viel Arbeit – Mitstudenten geht es genauso – ärgert mich außerdem die Bewertungspraxis in meiner Vorlesung Introduction to Anglophone Literatures und der dazugehörigen Übung dem dazugehörigen Tutorium: Es werden vorzugsweise Multiple-Choice-Aufgaben gestellt und alles Falsche oder Nicht-Ausgefüllte wird mit einem Punkt Abzug gewertet, die Untergrenze zum Bestehen liegt bei 60%. Da man also für Nicht-Gewusstes bestraft wird, anstatt bloß keine Punkte dafür zu bekommen, ist es sehr leicht, durchzufallen, selbst wenn mehr als 60% der restlichen Antworten richtig sind. So ist einer der letzten Tests daran gescheitert, dass ich zehn Punkte Abzug bekam, weil ich bei manchen Fragen die zweite mögliche Antwort nicht gegeben und zwei Fragen ganz ausgelassen habe. Statt geschätzten 75% also 60%. Ja, richtig, das ist eigentlich noch bestanden. Auf meinem Test stand aber in leuchtend roten Buchstaben »FX (Failed)«. Und das, obwohl es in der Vorlesung seitens der Professorin hieß, es würde keinen Punktabzug auf fehlende Kreuzchen geben. Zumindest hatten die meisten Kommilitonen, mit denen ich darüber ins Gespräch gekommen bin, das so verstanden. In der Tutoriumsstunde hieß es nach Bekanntgabe der Ergebnisse allerdings, dass überlegt würde, die Tests mit 60% eventuell doch als bestanden gelten zu lassen. Alles in allem bin ich mir bis jetzt in meinem ersten Semester oftmals so vorgekommen:

hammer_des_wissens.png

Aufhören oder wechseln mag ich aber trotzdem nicht, denn ansich gefällt es mir, wenn es nur nicht so viele Informationen wären, die ständig auf mich einprasseln und von denen ich nach wie vor nicht weiß, wie ich mir sie für die Abschlussprüfungen am Ende des Semesters merken soll…

BAföG

Als ich heute Nachmittag von der Uni nach Hause kam, habe ich mit Freuden festgestellt, dass mein BAföG-Bescheid gekommen ist. Eine Sorge weniger also: Für Miete und Lebensmittel ist damit gesorgt. Ich muss glücklicherweise nur die Hälfte des Geldes zurückzahlen.

Außerdem bin ich zum ersten Mal seit Jahren wieder an einer Stelle, wo ich englische Grammatik lernen muss, um meinen Notendurchschnitt halten zu können. Das Problem heißt aspect – die vertrackte Angelegenheit des perfect und des progressive. Diese beiden Formen habe ich bisher meist nur aus dem Bauch heraus angewendet, was selten zu Problemen geführt hat. Ein Bauchgefühl reicht jedoch auf universitärem Niveau natürlich nicht mehr, besonders nicht, wenn man in Übungen explizit mit feinen, aber wichtigen Bedeutungsunterschieden konfrontiert wird und entsetzt darüber ist, dass man die Hälfte falsch hat. Leider kann man meiner Meinung nach die Benutzung der Aspekte nicht vollständig auswendig lernen. Es gehört Sprachgefühl dazu, das man sich als Lernender durch Übung aneignen muss. Sicher ist es einfach zu sagen, dass eine perfect-Form immer dann verwendet wird, wenn eine Handlung nicht abgeschlossen ist oder noch immer eine Relevanz in Verbindung mit dem Gesagten hat, und dass das progressive die andauernde Handlung betont. Mit dazu kommt allerdings noch eine Art gefühlsmäßige Einstellung des Sprechers zum Gesagten, zum Beispiel:

You’re being friendly.

You’re friendly.

Beide Sätze könnte man im Deutschen einfach mit »Du bist freundlich« übersetzen. Der erste Satz betont aber wegen der Verwendung des progressive, dass dies eine Handlung ist, die zwar andauert, aber doch endlich ist, im Gegensatz zum zweiten Satz, in dem dieselbe Aussage die Form einer gewohnheitsmäßigen Handlung hat, also allgemeingültig ist. Satz 1 fügt dem Gesagten also eine nicht unbedeutende Spur Sarkasmus hinzu. Und wenn dann noch beide aspects kombiniert werden, kann es erst richtig verwirrend werden, einfach deswegen, weil das Deutsche diese Unterscheidungen in dieser Form nicht macht. Und dann wäre da noch die Unterscheidung in formal und informal language: Zum Beispiel wäre es unfreundlich »I thought of you today« zu sagen, wenn man gerade mit dieser Person eine Konversation hat und sie zufällig mit einem gut befreundet ist, man also on personal terms ist. Stattdessen wäre es angebrachter, das present perfect progressive zu benutzen: »I’ve been thinking of you today.« Kleine Dinge, auf die man in der Schule nicht unbedingt hingewiesen wird. Spoiler ▼

Übrigens kann man Beiträge kommentieren, indem man entweder auf die Überschrift klickt und bis zum Ende der Seite geht, oder indem man einfach oberhalb des Beitrags neben der Angabe des Datums und des Autors auf »n Kommentare« klickt.

Wochenende = Lesen!

So sahen die letzten Wochenenden in der Regel aus:

Eine Freundin meinte neulich zu mir, mit der Zeit würde ich ein Gefühl dafür bekommen, dass manche Dinge eher wichtiger zu lesen sind als andere. Aber bis dahin… Mir graut es schon vor den vielen Klausuren Anfang Februar. Selbst, wenn ich mir zu vielen Sachen Notizen mache, ist es nicht leicht, alles im Kopf zu behalten, der Menge an Informationen wegen, nicht, weil der bisherige Stoff zu schwierig wäre.

Wie es aussieht, werde ich leider nicht auf die Adventsfreizeit der LKG Braunschweig fahren können, es sei denn, ich schwänze die Nachholstunde des Philologie-Seminars, die ausgerechnet an dem Freitagnachmittag stattfinden soll, an dem ich eigentlich nach Braunschweig fahren wollte. Da die Fahrt mit IC und Regionalexpress relativ lang dauert, lohnt es sich nicht wirklich, am Samstagmorgen in den Harz zu fahren und am Sonntagabend schon wieder zurückzukommen. Das ist wirklich schade, denn ich hatte mich schon darauf gefreut, die Leute aus meiner alten Gemeinde wiederzusehen.